SmartQuart wird erstes „Reallabor der Energiewende“

  Altmaier erteilt ersten Förderbescheid für Reallabor der Energiewende Urheberrecht: BMWi/Susanne Eriksson

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 16. Dezember den Förderbescheid für das erste „Reallabor der Energiewende“ übergeben. Das Projekt „SmartQuart“ startet im Januar 2020. Die RWTH Aachen University ist mit dem Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC), dem Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen (E3D) und dem Lehr- und Forschungsgebiet für Immobilienprojektentwicklung (IPE) vertreten.

Das Projekt SmartQuart wird von einem Konsortium durchgeführt, das alle zentralen Akteure eines Quartieres von der Planung über die Bewohner bis hin zum Energieversorger miteinander vereint. Zentrales Projektziel ist die Entwicklung einer modularen Blaupause für eine dezentrale Energie- und Wärmewende auf Quartiersebene. Um die Klimaziele zu erreichen, muss aus der Stromwende eine „richtige“ Energiewende gemacht werden, die die Sektoren Energie, Wärme und Mobilität stärker als bislang miteinander verknüpft.

SmartQuart soll zeigen, dass dies innerhalb eines Quartiers und im Zusammenspiel mit benachbarten Quartieren bereits heute technisch und wirtschaftlich möglich ist. Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz bilden gemeinsam dieses Reallabor. Die Stadtquartiere werden jeweils in sich und auch miteinander vernetzt, damit die vorhandenen Energieinfrastrukturen effizient genutzt werden können. Smart-Grid-Lösungen koppeln Wärme, Kälte, „grünen“ Strom, Wasserstoff und den Bereich Mobilität intelligent miteinander. Ziel ist es, in den Modellregionen eine klimaneutrale Energieversorgung zu erreichen. In allen drei Stadtquartieren beteiligen sich Bewohner, Energieversorger sowie lokale Technologieanbieter. SmartQuart repräsentiert typische Stadtquartiere in einem eng verdichteten, ländlichen sowie städtischen Raum, sodass die Konzepte auf andere Quartiere übertragbar sind.

Im Teilprojekt „Ganzheitliche Potentialanalyse und -bewertung“ werden Möglichkeiten und Grenzen einer energieoptimierten Quartiersplanung, -umsetzung und -nutzung untersucht. Auf Grundlage eines projektspezifischen Datenmanagementsystems zur Systemmodellierung und -analyse werden Use Cases abgeleitet. Diese liefern die Basis für die Entwicklung von Produkten und Lösungen, die den Quartiersnutzern und -planern zusätzliche Vorteile bringen. Die wissenschaftliche Validierung dient dazu, die Übertragbarkeit der Projektergebnisse als Blaupause für andere Regionen zu bewerten.

  SmartQuart Gruppenbild Urheberrecht: SmartQuart
18.07.2019